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Lieblingsorte
Robin Simon, Leiter des Familiengrundschulzentrums GGS Hochfelder Markt in Duisburg, im Elterncafé.
Das Elterncafé in der Gemeinschaftsgrundschule Hochfelder Markt in Duisburg ist beliebt. „Im Sommer sind manchmal 80 Leute hier“, sagt Robin Simon, der das Familiengrundschulzentrum leitet. Das Café hingegen leitet nicht er, sondern die Mütter ehemaliger Schülerinnen und Schüler. „Dass die das hier jeden Morgen machen, obwohl ihre Kinder längst weitergezogen sind, bedeutet mir sehr viel“, betont Simon. Feta, Oliven, Kaffee … Das Angebot lockt nicht nur Eltern an, sondern auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die Pastorin sowie andere engagierte Menschen aus dem Viertel. „Wenn man hier seine Augen und Ohren offen hält, kriegt man schnell mit, wo gerade Hilfe gebraucht wird. Und die Hilfe sitzt vielleicht direkt am nächsten Tisch.“
Anja Stahlbaum, Berufseinstiegsbegleiterin an der Rosa-Parks-Schule in Herten, im Stadtpark Backumer Tal.
In der Natur tankt Anja Stahlbaum auf. Deshalb liebt sie das Backumer Tal, einen Stadtpark, der direkt an den Schulhof der Rosa-Parks-Schule in Herten grenzt. Nach der Arbeit geht die Berufseinstiegsbegleiterin hier manchmal noch spazieren, bevor sie sich auf den Heimweg macht. Dort trifft sie auf Schülerinnen und Schüler, die Fußball oder Minigolf spielen oder unterwegs zum Jugendzentrum sind. „Ich sehe, wie gut es ihnen tut, sich an der frischen Luft zu bewegen“, beobachtet Stahlbaum. Ein positives Gefühl, das sie auch von sich selbst allzu gut kennt, wenn sie hier ihre Runden dreht.
Daniela Nitschke, Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Am Umfassungsweg in Magdeburg, im Ruheraum.
Yogamatten und Sitzkissen auf dem Boden, stimmungsvolle Beleuchtung an der Wand: In dem kleinen, gemütlichen Ruheraum der Magdeburger Grundschule Am Umfassungsweg macht Daniela Nitschke mit den Schülerinnen und Schülern Yoga und Entspannungsübungen. „Es hilft ihnen, durchzuatmen und wieder zu sich zu kommen, wenn sie überreizt oder gestresst sind“, sagt die Schulsozialarbeiterin. „Das fördert auch ein besseres Lern- und Sozialverhalten.“ Gerne würde sie das Angebot vergrößern, doch es gebe nicht genug Raum und Kapazitäten, so Nitschke. Der Rückzugsort sei extrem wichtig für die Kinder.
Pavle Madzirov, Schulleiter an der Sekundarschule Am Biegerpark in Duisburg, im Entdecker-Labor.
Eine Kurzgeschichte als Podcast vertonen, vor dem Greenscreen einen Lernfilm aufnehmen oder mit 3D-Stiften Modelle von Pflanzen oder Tieren zeichnen: Im Entdecker-Labor, dem Lieblingsort von Pavle Madzirov an der Sekundarschule Am Biegerpark in Duisburg, sind den multimedialen Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Jede Lehrkraft kann den Raum buchen, fachliche Vorgaben gibt es keine. „Das Schöne ist, dass die Kinder und Jugendlichen hier so vieles ausprobieren und sich einem Thema von unterschiedlichsten Seiten annähern können“, sagt der Schulleiter.
Laura Musal, Lehrerin an der Regenbogenschule in Duisburg, in ihrem Klassenraum.
Wer den größtmöglichen Kontrast zur grauen Ottostraße sucht, findet ihn in der „Monsterklasse“ der Regenbogenschule in Duisburg-Marxloh. Buchstaben- und Zahlentafeln, Bilder und Laternen, eine Weltkarte, Aufkleber, Schilder – alles ist hier bunt. „Ich mag es so bunt, denn das ist es doch, was eine Grundschule ausmacht“, sagt Klassenlehrerin Laura Musal. Die Gestaltung ihres Lieblingsraums hat sie selbst übernommen, vom Ausräumen der Bücher (früher war hier die Schulbücherei untergebracht) über das Streichen der Wände (in Monstergrün) bis zur Auswahl der Möbel. „In diesen Raum habe ich viel Arbeit reingesteckt, hier verbringe ich die meiste Zeit des Tages und die Kinder auch. Deshalb ist er mir so wichtig.“
Carsten Haack, Schulleiter der Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule mit Grundschulteil in Kiel, auf der Apfelbaumwiese.
Haluk Yumurtacı, Lehrer an der Berufsbildenden Schule in Germersheim, im Klassenraum.
Wenn Haluk Yumurtacı im dritten Stock der Berufsbildenden Schule in Germersheim aus dem Fenster seines Klassenraums schaut, blickt er auf das Weißenburger Tor, das im 19. Jahrhundert die Stadt vor Eindringlingen schützte. Heute heißt die Stadt in der Pfalz hier im Besucherzentrum ihre Gästinnen und Gäste willkommen. Für Yumurtacı ist der freundliche Raum mit der Aussicht auf das Tor seit vielen Jahren der Lieblings- und Rückzugsort. Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres haben die Schranktüren selbst in bunten Farben lackiert, und weil das Lehrerzimmer weit entfernt ist, genießt Yumurtacı in den Pausen oft seinen Kaffee hier.
Martin Buhl, Schulleiter der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt, in der Hundertwasser-Ecke.
Leuchtende Farben, runde Formen, goldene Zwiebeltürme: Vor mehr als 15 Jahren gestalteten Schülerinnen und Schüler der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt im Rahmen eines Kunstprojekts die sogenannte Hundertwasser-Ecke. „Die Ecke ist ein Erkennungszeichen unserer Schule“, sagt Schulleiter Martin Buhl. „Wenn wir spezielle Aktionen haben, Ehrungen oder Schülerfotos, dann machen wir das immer hier.“ Auch im Alltag halten sich die Schülerinnen und Schüler gerne hier auf – und nicht nur sie. „Ich komme oft nachmittags hierher und setze mich in die Sonne“, erzählt Buhl. „Es ist ein unwahrscheinlich schöner Ort.“
Mareike Mayer, Schulsozialarbeiterin an der Brodowin-Schule in Berlin, im Schulsozialarbeitsraum.
In der Ecke zwei gemütliche Sofas, an den Wänden bunte Poster mit klaren Botschaften: „Trau dich!“, „Deine Schule, deine Entscheidung!“ und „Hilfe holen ist mutig“. Mareike Mayers Lieblingsort ist der Schulsozialarbeitsraum im zweiten Stock der Brodowin-Schule in Berlin. „Hier können die Kinder mit jeglichen Themen herkommen. Sie wissen, dass ihnen zugehört wird.“ Mit zwei Kolleginnen und Kollegen bietet Mayer, die bei einem Träger der freien Jugendhilfe angestellt ist, den Schülerinnen und Schülern Unterstützung in jeder Lebenslage: „Wir stärken sie in ihren Bedarfen und Gefühlen und unterstützen sie bei Konflikten – egal, ob mit Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrkräften oder zu Hause.“
Timm Reinisch, Lehrer an der Karlschule in Hamm, in seinem Klassenzimmer.
Der ehemalige Chemieraum im zweiten Stock der Karlschule in Hamm wurde erst vor einem halben Jahr zum Klassenzimmer umgebaut. Seitdem unterrichtet Timm Reinisch hier seine 5a. „Ich liebe diese Klasse, und deshalb liebe ich auch diesen Raum“, sagt Reinisch. Selbst in den Pausen sei er meist dort anzutreffen. „Hier kann ich am besten Kraft tanken für die nächste Stunde.“ Apropos Kraft: „Wir haben sehr viel Platz und diskutieren gerade, ob wir eine Chill-Ecke mit Sofas einrichten – oder eine Fitnessecke, mit Hantelbank und so.“ Dann wird er womöglich noch mehr Zeit an seinem Lieblingsort verbringen.