Sie leiten des Bremer Projekt StudyFriends. Was verbirgt sich dahinter?
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Lina Schnabel: StudyFriends ist 2021 im Rahmen des integrierten Entwicklungskonzepts für Gröpelingen entstanden, dem ärmsten und kinderreichsten Stadtteil Bremens. Die Idee hinter dem Projekt ist, Studierende als Vorbilder in den Stadtteil zu holen und ihnen für ihr Engagement an Schulen mietfreien Wohnraum in Wohngemeinschaften zur Verfügung zu stellen. Die inzwischen 15 Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen sind im Umfang von 20 Stunden im Monat als Bildungsbegleiterinnen oder -begleiter an Schulen im Ort tätig: etwa bei der Hausaufgabenbetreuung, im Unterricht oder beim Gestalten des Nachmittagsprogramms, beispielsweise in Form von AGs. Das Projekt reagiert somit auf zwei Probleme: Wohnungsnot unter Studierenden sowie Bildungsungerechtigkeit.
Wie wird das StudyFriends-Projekt umgesetzt?
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Schnabel: Seit 2023 ist der Verein NaturKultur e.V. Träger des Projekts und koordiniert die Umsetzung: Wir bewerben das Projekt an den Unis, suchen die StudyFriends aus, vermitteln sie an Ober- und Grundschulen, die Unterstützung brauchen, und begleiten sie. Anfangs bekommen die teilnehmenden Studierenden eine Einführung an den Schulen. Dort wird ihnen unter anderem vermittelt, in welcher Beziehung sie zu den Schülerinnen und Schülern stehen – was also von ihnen erwartet wird, aber auch wo Grenzen sind. Was den Wohnraum betrifft, so wird dieser von drei Bremer Wohnungsgesellschaften kostenfrei zur Verfügung gestellt. Somit müssen die Studierenden lediglich die Kosten für Strom, WLAN und GEZ selbst tragen. Dabei helfen wiederum die Deutsche Kindergeldstiftung und das Startchancen-Programm in Form von Zuschüssen.
„Von den Schulen erhalten wir viele positive Rückmeldungen: Sie sehen die StudyFriends als Gewinn und große Unterstützung für das Kollegium.“
Lina Schnabel, Koordinatorin StudyFriends bei NaturKultur e.V.
Wie kommt das Projekt bei den Schulen und bei den Studierenden an?
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Schnabel: Von den Schulen erhalten wir viele positive Rückmeldungen: Sie sehen die StudyFriends als Gewinn und große Unterstützung für das Kollegium. Die Schülerinnen und Schüler freuen sich über die zusätzlichen Vertrauenspersonen im Schulalltag, denn mit den StudyFriends können sie nicht nur lernen, sondern auch über Dinge reden, von denen sie ihren Eltern oder Lehrkräften nicht erzählen würden. Auch die Studierenden finden Gefallen an ihrer Rolle, es gibt wenig Fluktuation im Team. Viele machen freiwillig Überstunden an den Schulen, um eine noch engere Bindung zu den Kindern aufzubauen. So kommt es, dass manche StudyFriends einen Jahrgang durchaus bis zum Schulabschluss begleiten, also ganze fünf Jahre. Diese tolle Aufgabe spricht sich herum: Das Interesse seitens der Studierenden ist so groß, dass wir sogar eine Warteliste eingerichtet haben.
Lina Schnabel arbeitet seit 2021 beim Verein NaturKultur e.V. und koordiniert dort unterschiedliche Projekte – darunter auch die StudyFriends.