Schulentwicklung

Studie: Schulaufsicht will schulische Qualitäts­entwicklung stärker begleiten

Für Schulaufsichtspersonen ist die Unterstützung von Schul- und Unterrichts­entwicklung eine Haupt­aufgabe. Gerne würden sie ihr mehr Zeit widmen, sehen im Arbeits­alltag aber keine Möglichkeit dazu.

Für Schulaufsichtspersonen gehört die Unterstützung von Schul- und Unter­richts­entwicklung zu ihrer Kernaufgabe, der sie gerne deutlich mehr Zeit wid­men würden. Ihre durchschnittliche Wochen­arbeitszeit von 45,6 Stunden verwenden sie für vielfältige Aufgaben. Allein das Beschwerde-, Konflikt- und Krisen­management nimmt rund ein Viertel (22,3 Prozent) ihrer Arbeitszeit in Anspruch. Knapp die Hälfte der Schulaufsichts­personen (49,1 Prozent) würde die Schulen gerne häufiger besuchen, kann dies jedoch unter anderem aus zeitlichen Gründen nicht realisieren. Das zeigt die Studie „Schulaufsicht in Zeiten der Trans­formation“, für die Ende 2025 eine standardisierte Befragung von Schul­aufsichts­personen in fünf Bundesländern durchgeführt worden ist. Die Ergebnisse basieren auf den Angaben von 231 Personen. Die Studie wurde von der Heraeus Bildungs­stiftung und der Wübben Stiftung Bildung in Auftrag gegeben. Durch­geführt wurde sie von einem Forscher­innenteam der Universität Erfurt.

„Unsere Studie liefert erstmalig ein fundiertes Bild der Aufgaben, Heraus­forderungen und Bedarfe der Schul­aufsicht über mehrere Bundesländer hinweg. Sie legt somit einen wichtigen Grundstein, um die Rolle der Schulauf­sicht als zentrale Unterstützerin schuli­scher Qualitäts­entwicklung besser zu verstehen, weiter zu schär­fen und zu stärken“, sagt Prof. Dr. Kathrin Dedering, wissenschaftliche Leiterin der Studie.

Mehrheit ohne systematische Einarbeitung, deutlicher Professionalisierungsbedarf

57,6 Prozent der Schulaufsichts­personen haben keine systematische Einarbeitung erhalten. Fort- und Weiter­bildungen erfolgen vor allem über den informellen Austausch. Knapp 70 Prozent der Befrag­ten wünschen sich zusätzliche Fort­bildungs­angebote. Besonderen Bedarf haben sie, sich zu interner und schul­ischer Qualitätsent­­wicklung sowie zu rechtlichen Themen zu professional­isieren.

Martin Fugmann, Geschäftsführender Vorstand der Heraeus Bildungsstiftung, sagt: „Der Wunsch nach mehr Fort- und Weiterbildungen ist ein klares Signal: Schul­aufsichtspersonen wollen ihre Rolle in der Schul- und Unterrichts­entwicklung aktiv wahr­nehmen. Es wird zu prüfen sein, welche konkreten Angebote für die jewei­ligen Qualifi­zierungsbedarfe geeignet sind. So wollen wir Schulauf­sichts­­personen gezielt dabei unter­stützen, Schulen in ihrer Entwicklung fachlich fundiert zu begleiten.“

Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung, erklärt dazu: „Für eine bessere Bildung aller Kinder und Jugendlichen brauchen wir die Schul­aufsicht! Nur wenn sie wirksam agieren kann, gelingt eine nach­haltige schulische Qualitäts­entwicklung.“

Eine Schule häufiger von Innen sehen? Knapp die Hälfte der befragten Schulaufsichtspersonen wünscht sich das, kann es zeitlich jedoch nicht realisieren. © Wübben Stiftung Bildung/Lukas Schulze

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