Sophia, erzähl uns gern, was der Schüler*innenHaushalt ist und was ihr da macht.
01
Sophia: Das ist ein Projekt, bei dem wir Kinder in einem gemeinsamen demokratischen Prozess unsere Schule gestalten. Zum Beispiel haben wir über Kuchenverkäufe etwas Geld verdient – damit dürfen wir nun unsere Schule verschönern. Wir haben überlegt, was wir mit dem Geld anstellen wollen, und sehr viele Ideen gesammelt. Es waren so viele, dass wir zuerst losen mussten, über welche abgestimmt werden kann. Dann hat die ganze Schule gewählt: Jede und jeder hat einen kleinen Zettel bekommen, auf dem sie oder er die Lieblingsidee ankreuzen konnte. Gewonnen haben die Ideen, neue Fußbälle zu kaufen und einen Raumduft für die Toiletten.
Du erwähnst den demokratischen Prozess: Kam es denn zu Meinungsverschiedenheiten, und wie habt ihr diese gelöst?
02
Sophia: Eigentlich nicht, denn wir hatten ja vorher Regeln festgelegt, wie wir zu einer Entscheidung kommen: per Losverfahren und dann mittels Wahl. Trotzdem waren manche Kinder nicht glücklich mit dem Ergebnis. Sie hätten sich gewünscht, dass ihre Lieblingsideen gewinnen. Das kann ich auch verstehen. Wir haben dann darüber geredet. Zum Beispiel haben wir erklärt, warum die gewählten Ideen wirklich nützlich und praktisch sind. Das hat geholfen: Am Ende haben die Kinder, die unzufrieden waren, uns sogar zugestimmt.
„Wir sprechen über Kinderrechte, machen Ausflüge passend zum Thema und tauschen uns mit anderen Schulen darüber aus, wie Kinder mehr Verantwortung an ihrer Schule übernehmen können. Dabei lerne ich sehr viel.“
Sophia, Schülerin an Peter-Pan-Grundschule in Berlin
Was hast du durch den Schüler*innenHaushalt über das Thema Demokratie gelernt?
03
Sophia ist neun Jahre alt und besucht die vierte Klasse der Peter-Pan-Grundschule in Berlin.
Über den Schüler*innenHaushalt
Der Schüler*innenHaushalt ist ein Beteiligungsprojekt für Startchancenschulen, bei dem Schülerinnen und Schüler ihre Schule mitgestalten, indem sie Ideen zur Verbesserung einreichen und anschließend in einer demokratischen Wahl über die Verwendung eines festen Budgets abstimmen. Ziel ist es, demokratische Prozesse zu vermitteln und zu stärken. Organisiert wird der mehrmonatige Prozess vor allem von einem Planungsteam, bestehend aus Kindern – und pädagogisch begleitet von einer erwachsenen Person aus der Schule.
Der Schüler*innenHaushalt wird umgesetzt von der Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. Sie begleitet teilnehmende Startchancenschulen aus Berlin und Brandenburg in Form von Beratung, Workshops, Materialien, einem fest definierten Budget und weiterer administrativer Hilfe. Schulen außerhalb Berlins und Brandenburgs können aber ihr Interesse bekunden, das Projekt auch in ihre Region zu holen.
Eine Evaluation im Jahr 2025 kam zu dem Ergebnis, dass das Projekt 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler gut gefallen hat, dass 87 Prozent den Schüler*innenHaushalt erneut umsetzen möchten und dass 82 Prozent sich durch ihr Engagement an ihrer Schule wohler fühlen.