Ein Ehrenamt als Lesepate an einer Grundschule – das ist in deinem Alter ja eher ungewöhnlich. Warum hast du dich für das „Aktive Schuljahr“ gemeldet?
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Musa Emini: In unserer Klasse wurde das Projekt vorgestellt, und da habe ich gleich gedacht: Komm, warum nicht? Ich hatte nämlich schon in der siebten Klasse Grundschulkindern bei ihren Matheaufgaben geholfen. Das hatte mir damals ein Lehrer vorgeschlagen, weil er meinte, ich sei doch gut in Mathe und könne sie beim Lernen unterstützen. Damals bin ich also einmal in der Woche in den ersten beiden Stunden rüber in die Grundschule gegangen, die auf demselben Gelände wie meine Schule liegt, und habe mit den Kindern geübt. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele von ihnen Probleme beim Lesen haben. So kam es, dass ich mich für das Aktive Schuljahr an meiner Schule als Lesepate gemeldet habe.
Erzähl mal, wie fühlst du dich in deiner Rolle als Lesepate, und wie läuft so ein gemeinsames Lesen überhaupt ab?
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Musa: Am Anfang war ich nervös, aber die Kinder haben mich nett begrüßt. Ich glaube, sie haben sich darüber gefreut, dass ich da war, das fand ich gut. Ich gehe jetzt immer montags in der ersten und dienstags in der achten Stunde rüber in die Grundschule. Dann hole ich einen Jungen oder ein Mädchen aus der Klasse ab, und wir setzen uns zusammen in die Schulbibliothek. Ich lese mit jedem Kind zehn bis 15 Minuten. Die Texte stammen zum Teil aus einem Heft, das wir bei unserer Schulung als Lesepaten am Schuljahresanfang bekommen haben. Manchmal suchen sich die Kinder aber auch selbst ein Buch aus. Einige lesen sogar eigene Geschichten vor, die sie selbst im Unterricht geschrieben haben. Ich sehe, dass das Üben etwas bringt. Am Anfang haben viele Kinder schon beim ersten Wort gestockt, jetzt lesen sie viel flüssiger. Sie werden immer besser, das freut mich.
„Sie werden immer besser, das freut mich.“
Musa Emini, Lesepate im aktiven Schuljahr der Adalbert-Stifter-Gemeinschaftsschule in Ulm
Bringt dich dein ehrenamtliches Engagement auch selbst weiter?
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Musa: Ja, ich habe das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Die Lehrerinnen und Lehrer mögen mich. Und die Kinder freuen sich meistens auch, wenn ich komme. Manche nehmen mich ernst, manche weniger, aber ich komme gut klar. Im Lesen werde ich selbst auch immer besser, da ich ja mitlese, während die Kinder vorlesen. Ich habe beim Aktiven Schuljahr viele neue Erfahrungen gesammelt, deshalb würde ich das jeder und jedem weiterempfehlen. Viele hängen nur am Handy rum, dabei sollte man ab und zu mal etwas anderes machen. Das Vorlesen ist eine gute Abwechslung zum Unterricht, das finde ich super. Beim Aktiven Schuljahr mache ich auf jeden Fall noch ein Jahr mit.
Musa Emini ist 13 Jahre alt und besucht die achte Klasse der Adalbert-Stifter-Gemeinschaftsschule in Ulm. In seiner Freizeit geht er laufen, hört Musik, liest Fantasyromane und Krimis und zockt gerne.
Das Aktive Schuljahr
Beim Aktiven Schuljahr können sich Ulmer Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse ein Jahr lang ehrenamtlich engagieren. Dafür arbeiten sie mindestens 50 Stunden in einer gemeinnützigen Organisation – entweder zwei Stunden pro Woche oder in längeren Blöcken während der Ferien. Am Ende des Schuljahres werden die hilfsbereiten Schülerinnen und Schüler mit einem offiziellen Zeugnis belohnt.