Ehrenamt

„Sie werden immer besser, das freut mich“

Beim „Aktiven Schuljahr“ engagieren sich Ulmer Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang ehren­amtlich. Auch der 13-jährige Musa, der Grundschulkindern vorliest.

Ein Ehrenamt als Lesepate an einer Grundschule – das ist in deinem Alter ja eher ungewöhnlich. Warum hast du dich für das „Aktive Schuljahr“ ge­meldet?

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Musa Emini: In unserer Klasse wurde das Projekt vorge­stellt, und da habe ich gleich gedacht: Komm, warum nicht? Ich hatte nämlich schon in der siebten Klasse Grundschulkindern bei ihren Ma­theaufgaben geholfen. Das hatte mir damals ein Lehrer vorgeschlagen, weil er meinte, ich sei doch gut in Mathe und könne sie beim Lernen unter­stützen. Damals bin ich also einmal in der Woche in den ersten beiden Stun­den rüber in die Grund­schule gegangen, die auf demselben Gelände wie meine Schule liegt, und habe mit den Kindern geübt. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele von ihnen Probleme beim Le­sen haben. So kam es, dass ich mich für das Aktive Schuljahr an meiner Schule als Lese­pate gemeldet habe.

Erzähl mal, wie fühlst du dich in deiner Rolle als Lesepate, und wie läuft so ein gemeinsames Lesen überhaupt ab?

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Musa: Am Anfang war ich nervös, aber die Kinder haben mich nett begrüßt. Ich glaube, sie haben sich darüber ge­freut, dass ich da war, das fand ich gut. Ich gehe jetzt immer montags in der ers­ten und dienstags in der ach­ten Stun­de rüber in die Grundschule. Dann hole ich einen Jungen oder ein Mäd­chen aus der Klasse ab, und wir set­zen uns zu­sam­men in die Schulbiblio­thek. Ich lese mit je­dem Kind zehn bis 15 Minuten. Die Texte stammen zum Teil aus einem Heft, das wir bei unserer Schulung als Le­sepaten am Schul­jahresanfang be­kommen haben. Manchmal suchen sich die Kinder aber auch selbst ein Buch aus. Einige lesen sogar eigene Ge­schichten vor, die sie selbst im Unter­richt geschrieben haben. Ich sehe, dass das Üben etwas bringt. Am Anfang ha­ben viele Kinder schon beim ersten Wort gestockt, jetzt lesen sie viel flüs­siger. Sie werden immer besser, das freut mich.

„Sie werden immer besser, das freut mich.“

Bringt dich dein ehrenamtliches Engagement auch selbst weiter?

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Musa: Ja, ich habe das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Die Lehrerinnen und Leh­rer mögen mich. Und die Kinder freu­en sich meistens auch, wenn ich komme. Manche neh­men mich ernst, manche weniger, aber ich komme gut klar. Im Lesen werde ich selbst auch immer besser, da ich ja mitlese, während die Kinder vorlesen. Ich habe beim Aktiven Schuljahr viele neue Erfahrungen ge­sammelt, deshalb würde ich das jeder und jedem weiterempfehlen. Viele hän­gen nur am Handy rum, dabei sollte man ab und zu mal etwas anderes ma­chen. Das Vorlesen ist eine gu­te Ab­wechslung zum Unterricht, das finde ich super. Beim Aktiven Schuljahr mache ich auf jeden Fall noch ein Jahr mit.

Musa Emini ist 13 Jahre alt und besucht die achte Klas­se der Adalbert-Stifter-Gemeinschafts­schule in Ulm. In seiner Freizeit geht er laufen, hört Musik, liest Fantasy­romane und Krimis und zockt gerne.

Das Aktive Schuljahr

Beim Aktiven Schuljahr können sich Ulmer Schülerinnen und Schü­ler ab der achten Klasse ein Jahr lang ehrenamtlich engagie­ren. Da­für arbeiten sie mindes­tens 50 Stunden in einer gemein­nützigen Or­ganisation – ent­weder zwei Stunden pro Woche oder in län­geren Blöcken während der Ferien. Am Ende des Schuljahres werden die hilfsbereiten Schü­lerinnen und Schüler mit einem offiziellen Zeug­nis be­lohnt.

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