Die Leistungen der 15-Jährigen in Deutschland sind erneut gesunken. Zugleich bleibt der Bildungserfolg besonders stark von der sozialen Herkunft abhängig. Was PISA 2025 über Kompetenzen, Schule und Elternhaus verrät und wo sich auch positive Entwicklungen zeigen.
Wie entwickeln sich die Kompetenzstände in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik?
Die durchschnittlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik erneut gesunken und liegen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der PISA-Erhebungen. Besonders deutlich zeigt sich dies im Lesen: Seit dem Höchststand im Jahr 2015 sind die durchschnittlichen Kompetenzen von 509 auf 465 Punkte zurückgegangen. Zugleich erreichen immer mehr Jugendliche, keine ausreichenden Basiskompetenzen: Etwa ein Viertel der 15-Jährigen verfehlen in den Naturwissenschaften und rund ein Drittel im Lesen und in Mathematik die Kompetenzstufe II, die als Schwelle für basale Kompetenzen gilt. Auch der Anteil der besonders leistungsstarken Jugendlichen ist zurückgegangen, vor allem im Lesen und in Mathematik. Insgesamt liegt Deutschland in allen drei Kompetenzbereichen im Bereich des OECD-Durchschnitts.
Kompetenzen auf historischem Tiefstand
Wie stark unterscheiden sich Kompetenzen nach sozialer Herkunft?
Der Bildungserfolg hängt in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab und dieser Zusammenhang hat sich seit 2015 wieder verstärkt. Im Vergleich zum OECD-Durchschnitt fallen die Kompetenzunterschiede nach sozialer Herkunft in Deutschland besonders groß aus. PISA erfasst sie über den ESCS-Index, der die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ressourcen im Haushalt berücksichtigt. Auch ein Zuwanderungshintergrund steht mit Kompetenzunterschieden in Verbindung. Ein erheblicher Teil dieser Unterschiede lässt sich jedoch durch soziale Herkunft und weitere Kontextmerkmale erklären. Zugleich zeigen die Ergebnisse deutliche Unterschiede innerhalb der Gruppe der Jugendlichen mit Zuwanderungshintergrund: Jugendliche, die selbst zugewandert sind – insbesondere jene, die ab dem 11. Lebensjahr nach Deutschland gekommen sind –, erreichen im Durchschnitt geringere Leistungen als Jugendliche der zweiten Zuwanderungsgeneration.
Kompetenz und soziale Herkunft im Ländervergleich
Welche Unterschiede zeigen sich nach Schule und Schulform?
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Welche Rolle spielen familiäre Unterstützung und Bildungsaspirationen?
Nur etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Deutschland gibt an, dass Eltern oder andere Familienangehörige mindestens einmal pro Woche mit ihnen darüber sprechen, wie gut sie in der Schule zurechtkommen. Gleichzeitig nehmen die Jugendlichen die Bildungsaspirationen ihrer Eltern als niedriger wahr als Gleichaltrige im OECD-Durchschnitt. Nur ein kleiner Anteil gibt an, dass ihre Eltern für sie einen Hochschulabschluss oder einen höheren Bildungsabschluss erwarten.
Erwarteter Bildungsabschluss der Eltern für ihre Kinder
Welche sozial-emotionalen Merkmale zeigen sich bei Schülerinnen und Schülern?
Rund drei Viertel der Jugendlichen in Deutschland fühlen sich ihrer Schule zugehörig. Gleichzeitig berichtet etwa jeder Zehnte von Bullyingerfahrungen. Dabei zeigen sich Unterschiede nach sozialer Herkunft: Jugendliche aus sozial weniger privilegierten Familien berichten häufiger von ungünstigeren Erfahrungen im schulischen Alltag. Eine positive Entwicklung gibt es bei den Naturwissenschaften: Freude und Interesse daran haben im Vergleich zu früheren PISA-Erhebungen zugenommen.
Schulisches Erleben unterscheidet sich nach sozialer Herkunft
5 Tipps
… für Schulleitungen!
Die Ergebnisse von PISA 2025 zeigen Handlungsbedarf bei Basiskompetenzen und Unterrichtsqualität. In einem Beitrag im Wissenschaftsmagazin evido formulieren Thomas Riecke-Baulecke, Ulrich Trautwein, Ties Rabe, Felicitas Thiel und Marco Haaf zehn Vorschläge für ein Sofortprogramm. Einige davon, diese fünf, können Schulen selbst aufgreifen:
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Lernstände regelmäßig erfassen und Förderung daran ausrichten. Schulen sollten kontinuierlich im Blick behalten, wo ihre Schülerinnen und Schüler stehen. Die Autorinnen und Autoren empfehlen für die Klassen 1 bis 8 mindestens vier Lernstandserhebungen pro Schuljahr, insbesondere in den Bereichen Lesen, Zuhören und Verstehen, Schreiben, Rechnen und logisches Denken.
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